HIGH-DOSING
& PSYCHEDELIKA
Hintergründe zu Macrodosing, Set & Setting, psychedelischen Erfahrungen, Integration und Sicherheit.
High-Dosing – die volle psychedelische Erfahrung
Macrodosing – auch als High-Dosing oder Full Experience bezeichnet – steht dem Microdosing gegenüber.
Während beim Microdosing sehr geringe Mengen und subtile Effekte im Mittelpunkt stehen, bezeichnet Macrodosing psychedelische Erfahrungen, bei denen deutliche Veränderungen von Wahrnehmung, Denken und emotionalem Erleben auftreten können.
Anwender berichten dabei von sehr unterschiedlichen Erfahrungen: von intensiver Selbstreflexion und meditativen Zuständen bis hin zu einem veränderten Erleben des eigenen Ichs und der Umwelt.
Solche Erfahrungen können allerdings auch herausfordernd, unvorhersehbar und psychisch belastend sein. Deshalb spielen Vorbereitung, Umgebung und Sicherheit eine wesentlich größere Rolle als bei vielen anderen Formen des Biohackings.
Historischer Hintergrund
Psychedelisch wirkende Pflanzen und Substanzen werden in unterschiedlichen Kulturen seit langer Zeit in rituellen, spirituellen und traditionellen Kontexten verwendet.
Ein bekanntes Beispiel sind traditionelle Zeremonien mit Ayahuasca in Teilen Südamerikas. Moderne psychedelische Forschung untersucht inzwischen ebenfalls, wie stark veränderte Bewusstseinszustände entstehen und welche Bedeutung sie für Wahrnehmung, Emotionen und psychologische Prozesse haben können.
Bei einer deutlich psychedelischen Erfahrung können sich Wahrnehmung, Zeitgefühl, Emotionen und das Erleben des eigenen Ichs erheblich verändern. Die Erfahrungen sind deshalb nicht einfach als „stärkeres Microdosing“ zu verstehen.
Set & Setting
Zwei Begriffe tauchen im Zusammenhang mit psychedelischen Erfahrungen immer wieder auf: Set und Setting.
Das Konzept wurde insbesondere durch den Psychologen Timothy Leary und andere Vertreter der frühen psychedelischen Forschung bekannt.
„Set“ beschreibt die innere Ausgangslage: Stimmung, Erwartungen, psychische Verfassung, Gedanken und persönliche Lebenssituation.
Diese Faktoren können beeinflussen, wie eine psychedelische Erfahrung subjektiv erlebt wird.
„Setting“ beschreibt die äußere Umgebung: Ort, Menschen, Geräusche, Licht und die allgemeine Atmosphäre.
Eine vertraute, ruhige und sichere Umgebung kann insbesondere bei intensiven Erfahrungen eine wichtige Rolle spielen.
Psychedelische Erfahrungen können die Wahrnehmung der eigenen Umgebung und den emotionalen Zustand deutlich verstärken. Deshalb können äußere und innere Faktoren einen erheblichen Einfluss auf den Verlauf einer Erfahrung haben.
Die psychedelische Erfahrung
Erfahrungsberichte beschreiben ein sehr breites Spektrum möglicher Erlebnisse. Dazu gehören intensive visuelle Eindrücke ebenso wie Veränderungen von Zeitgefühl, Körperwahrnehmung und Emotionen.
Farben, Formen, Musik, Natur und andere Sinneseindrücke können deutlich anders oder intensiver wahrgenommen werden.
Gefühle können intensiver erlebt werden. Dazu können positive ebenso wie schwierige oder belastende Emotionen gehören.
Manche Anwender berichten von ungewöhnlich intensiven Gedanken über das eigene Leben, Beziehungen oder persönliche Erfahrungen.
Auch deutliche Veränderungen des normalen Ich-Gefühls werden beschrieben – bis hin zu Erfahrungen, die häufig als „Ego-Auflösung“ bezeichnet werden.
Dabei ist wichtig: Eine psychedelische Erfahrung muss keineswegs angenehm verlaufen. Verwirrung, Angst oder emotional schwierige Phasen können ebenfalls auftreten.
Integration – was bleibt danach?
Ein intensives Erlebnis ist zunächst nur ein Erlebnis. Entscheidend kann sein, wie es anschließend eingeordnet und verarbeitet wird.
Im psychedelischen Umfeld wird dieser Prozess häufig als Integration bezeichnet.
Tagebuchaufzeichnungen, Gespräche und eine bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Eindrücken können helfen, Erfahrungen im Nachhinein zu reflektieren.
Nicht jede intensive Erfahrung muss unmittelbar wiederholt werden. Gerade bei emotional herausfordernden Erlebnissen kann Zeit für Verarbeitung wichtiger sein als die nächste Erfahrung.
Sicherheit
High-Dosing unterscheidet sich hinsichtlich der möglichen psychischen und körperlichen Risiken erheblich von Microdosing. Intensive Veränderungen der Wahrnehmung können auch zu Orientierungsverlust, Angst oder riskantem Verhalten führen.
Menschen mit bestehenden schweren psychiatrischen Erkrankungen oder einer persönlichen bzw. familiären Vorgeschichte psychotischer Erkrankungen können ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende psychische Reaktionen haben.
Psychedelische Erfahrungen sollten außerdem nicht mit dem Führen eines Fahrzeugs, dem Bedienen von Maschinen oder Situationen verbunden werden, in denen eine beeinträchtigte Orientierung andere Menschen gefährden könnte.
Wenn eine Erfahrung schwierig wird
Eine ruhige, möglichst reizreduzierte und sichere Umgebung sowie Unterstützung durch eine nüchterne, vertrauenswürdige Person können bei einer belastenden Erfahrung hilfreich sein.
Bei schweren körperlichen Symptomen, akuter Selbst- oder Fremdgefährdung oder einer psychischen Krise sollte professionelle medizinische Hilfe hinzugezogen werden.
Ein geschützter Rahmen
Gerade Menschen ohne Erfahrung mit stark veränderten Bewusstseinszuständen unterschätzen möglicherweise, wie intensiv eine psychedelische Erfahrung werden kann.
Deshalb interessieren sich viele Menschen für professionell organisierte Retreats oder andere betreute Angebote.
Dabei sollte genau geprüft werden, welche Qualifikation die beteiligten Personen besitzen, welche medizinischen und psychologischen Sicherheitskonzepte bestehen und wie die rechtliche Situation am jeweiligen Ort aussieht.
Besonders wichtig ist außerdem die Frage, wie mit schwierigen Erfahrungen umgegangen wird und ob eine seriöse Nachbetreuung beziehungsweise Integration angeboten wird.
Psychedelische Erfahrungen werden von manchen Menschen als außergewöhnlich bedeutsam oder sogar lebensverändernd beschrieben. Andere erleben wenig Positives oder schwierige psychische Effekte. Die Erfahrung ist individuell und nicht vorhersehbar.